Ich bin home office gewöhnt, und hatte es in meinem ehemaligen Job oft als Freitagstradition fest im Kalender geblockt. Morgens vor schule mit den Kindern in Ruhe gefrühstückt und dann mich mit einem Kaffe am Rechnen gesetzt. Bandbreite super, Arbeitszimmer super. So kann man arbeiten.

Aber dies ist nicht die Realität für viele, weil home office hat seine Grenzen. Die jetzigen Diskussionen zeigen auch eine Diskrepanz zwischen was die Arbeitgeber als Theorie wahrnehmen und was die Arbeitnehmer als Realität spüren. Ich teile die Aussage, daß Corona eine neue Ära des Arbeiten auslöst hat, bin aber erhöht darüber frustriert, daß die Diskussion doch so einstirnig ist; Arbeitstelle vs Homeoffice. Oder Ausnahmeregelung daß man aus dem Homeoffice darf, aber nur wenn Manager erlaubt oder wenn der Frust so gross wird daß man psychiche Gründen feststellen kann.

Die Realität zeigt was anderes. Bei uns kommen Mitarbeiter von Unternehmen vorbei, die enfach mal Tapetenwechsel braucht um wieder eine ruhige und innovative Gedanken denken zu können. Hier kommen Kollegen, die sich für 1-2 Stunden kreativ zum Arbeiten treffen möchten aber wegen Heim-Gründen wie auch immer es nicht von zu Hause schaffen und nicht zu der „Ausnahme“-Gruppe gehören (oder noch nicht, zumindest!). Oder Manager und Berater wo alles virtuell umgestellt ist, aber keine Umgebung in Homeoffice haben wo sie einfach mal so 45 Personen moderieren können, wenn auch Aufnahme und stabiles Internet vorhanden sein muss.

Liebe Arbeitgeber. Die Realität: Eure Mitarbeiter zahlen diese Kosten aus eigene Taschen weil sie es nicht mehr zu hause aushalten. Die ersten Unternehmen, die die Kosten decken, werden auch anders von ihren Mitarbeiter gelobt. Auch dies zeigt, wie in Krisensituationen mit der Realität umgegangen wird.

Die letzten zwei Wochen werden Geschichten von einem Home-office-Tag erzählt, wo der Tag keine Ende nimmt, die psychische Belastung zunehmend steigt und eine Kreativität einfordert wird, auch mal differenzierter auf das Thema „Arbeitsraum“ zu schauen. Keine Lösung passt für alle, das ist klar. Aber wenn wir doch so viele verschiedenen Lösungen schon vorhanden haben, warum nicht der Dialogue starten, um auch woanders als die Sicherheit für die Mitarbeiter abzusichern.

Der Weg zurück in Normalität wird definitiv Mitarbeiter und Unternehmen vor größere Herausforderungen stellen. Existierende Büros werden in vielen Unternehmen zu dicht und zu eng besetzt werden, und es ist vorherzusehen daß Unternehmen die Anzahl der Mitarbeiter in den Büros verringern, um die Abstände auch zu vergrößern. Coworking Spaces bieten sich hier hervorragend an, um flexiblere und günstigere Flächen anzumieten, um Mitarbeiter aus diese ab jetzt zu dicht besetzten Büros zu kriegen. Dazu kommt daß Raum für Innovation und Austausch umso wichtiger wird.

Ich appeliere zur Dialogue und offene Diskussion zwischen Unternehmen und Coworking-Betreiber. Welche Unsicherheiten existieren, welche Mängeln müssen wir beseitigen. Wie können wir zusammenkommen, ohne auf Kompromiss gehen zu müssen aber trotzdem mit einem gemeinsamen Ziel vor Auge; die Mitarbeiter die Freiheit und Raum zu schaffen die sie brauchen um konzentriert und sicher in Zukunft arbeiten zu können.