Das Thema „Diversität“ war schon immer einer meiner Grundwerte. Oder ist geworden. Ich bin in einer kleinen dänischen Stadt aufgewachsen, wo so weit ich erinnere damals kein einziger Ausländer wohnte. Unsere Auslandsreisen waren Pauschal-Reisen, wo man auf dem Hotelgelände weder das Gefühl von Ausland erleben konnte, noch „fremdes“ Essen bestellen konnte. Geborgen. Bekannt. Keine grosse Überraschungen da! Und so war es vielen Jahren.

Mein Bruder ist recht jung in den USA gereist um da eine Stelle anzutreten, und mit 18 Jahren bin ich das erste Mal ganz aleine von Dänemark in den USA gereist um ihn zu besuchen. Es dürfte ein Erfolg gewesen sein, weil seitdem bin ich sehr viel gereist. Es war aber erst als ich mit 23 Jahre in Darmstadt einen halb-Ägypter traf, dass ich ernsthaft die ersten Grundsteine für meine „Liebe für Diversität“ legte. Der Halb-Ägypter wurde mein Ehemann, und Vater meinen zwei Kinder, und ich erinnere meine erste Reise nach Kairo – naiv, blond und komplett unvorbereitet auf diese neue Welt, in der ich mich sofort verliebte.

Diversität ist ja so viel. Frau. Mann. Hell. Dunkel. Inländer. Ausländer. Sehend. Blind. Gehend. Sitzend – ich könnte so weitermachen. Das Thema „Gender“ habe ich irgendwann mal aufgegriffen, vorallem als ich für SAP noch gearbeitet habe. Da ging es mir vorallem darum, mehr Frauen für IT, Programmierung, Technik zu begeistern. Wir mussten ja feststellen, es stimmt ja gar nicht, daß keine Frauen in IT oder Tech arbeiten. Die Tech-Frauen sind nur so schwer zu finden. Da sind eine ganze Menge tolle Tech-Frauen, und je öfters wir diese Frauen auf Bühnen und zu Talks in Kaffe-Ecken motiviert haben, je öfters hörten wir daß andere sich auch getraut haben.

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Digital Female Leader Award, December 2018

Ich war super stolz als ich December 2018 den „Diversity“-Preis bei der Digital Female Leader Award (DFLA) gewonnen habe und zwar für meine Arbeit innerhalb der SAP für „Women in Tech“ um mehr Frauen dazu zu inspirieren, als Rollenmodelle und Sprecherinnen innerhalb Tech-Themen zu agieren.

Diese Woche hat mich jemanden gefragt: “Sag mal, zur Zeit hast du ja überwiegend weibliche Coworkers in deinem Tink Tank Space. Absicht oder Zufall?“ Tatsächlich habe ich das nicht geplant, – kann ich ja gar nicht weil alle ja bei mir willkommen ist. Es ist aber schon interessant ob man auch in Coworking „ähnliche“ Gestalte sucht. Coworking lebt in meiner Welt von Unterschiede und einem gegenseitigen Austausch von Fähigkeiten und Netzwerke – ist es auch in der Tat so?

Also stelle ich die Frage: Sucht „man“ automatisch was man kennt?

Ich freue mich auf Eure Meinungen und Gedanken!