Ich bin in einer Familie von Gründern groß geworden. Meine Eltern waren selbstständig im Einzelhandel, was für uns Kinder bedeutete, dass wir in den Ferien und nach der Schule im Geschäft mithalfen. Während meine Schulfreunde in den Sommerferien im Freibad waren, habe ich im Keller Schuhkartons ausgepackt und gestapelt.

Wir kannten es nie anders und beim Abendessen war das Geschäft schon ein Hauptthema – außer natürlich, wie es in der Schule gelaufen ist. Zwei Sätze wurden uns Kindern oft mitgegeben. Erstens, dass man „leiden“ muss, bevor man genießen kann – sprich: erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Der zweite Satz kam öfters von meinem Vater – und ein Satz, den ich sehr oft mental auspacke: Jeder kann einen Elefanten essen, so lange man es in kleinen Bissen macht. Das war mein Corona-Spruch schlecht hin; alles in kleine Häppchen aufteilen, dann schafft man eigentlich alles. Für meine Kinder habe ich hinzugefügt, dass das Innehalten einen wichtigen Teil dazu beiträgt, die großen Aufgaben gut zu lösen.

Während meiner eigenen Gründung von Tink Tank Coworking habe ich oft an meine Eltern gedacht – wie die Gründung für sie war, ob die Sorgen wohl dieselben waren? Schien es ihnen auch manchmal wie ein riesiger Elefant, bei dem man nicht weiß, wo man anfängt zu knabbern 

Zu Gründung gehört vor allem eine riesige Portion Durchhaltevermögen! Ich habe bis jetzt keine(n) Gründer(in) getroffen, bei dem/der es von Tag 1 an einfach mal leicht war. Was ich an Coworking liebe ist, dass Menschen mit verschiedenen Persönlichkeiten zusammenkommen und wenn sie authentisch sind, die Gespräche selten beim oberflächigem „alles ist super“ bleiben, sondern ehrlich sind und in die Tiefe gehen, wo hackt es gerade, wo fühlt es sich schwierig an und wo braucht man Hilfe.Hände werden rausgestreckt zum Helfen, sobald man mit seiner Geschichte offen ist.

Das ist für mich Community – Gemeinschaft. Wegen des Gemeinschaftsgefühls bin ich überhaupt auf die Idee des Coworkings gekommen und deswegen liebe ich jeden Tag. Wir wissen nie, wann ein Mensch in unser Leben tritt, der wichtig werden könnte. Die Offenheit jeden Menschen mit offenen Armen zu empfangen, macht für mich den Sinn, das Ganze aus.